Netzwerk ist Anlaufpunkt für Schüler, Eltern und Lehrer

Mitarbeiter von Saluto in Sachen Jugendarbeit seit einem halben Jahr in Olbernhau aktiv - Feste Sprechzeiten in zwei Schulen

Seit rund einem halben Jahr sind die Mitarbeiter des Netzwerkes Saluto im Raum Olbernhau aktiv. Ihr Aufgabenspektrum umfasst die Jugendarbeit mit nahezu allen Facetten, nachdem diese Anfang des Jahres im Kreis umstrukturiert worden ist. Für alle Seiten neu, gleichzeitig ein Schwerpunkt der Arbeit, ist die Schulsozialarbeit.

VON THOMAS WITTIG

Olbernhau. Etwa 550 Schülerinnen und Schüler haben die Schulsozialarbeiter des Netzwerkes Saluto im ersten halben Jahr ihres Wirkens in Olbernhau bereits erreicht. Und nicht nur das. "Wir werden inzwischen von Schülern, Eltern und Lehrern gleichermaßen als Anlaufpunkt in Problemsituationen wahrgenommen", schildert Kay Steinbacher-Lodl vom Netzwerk das aus seiner Sicht wichtigste Ergebnis der ersten sechs Monate.

Sowohl in der Förderschule als auch in der Mittelschule Olbernhau werden wöchentlich feste Sprechzeiten angeboten. In der Mittelschule sind es zwei und in der Förderschule drei, so Steinbacher-Lodl. Darüber hinaus führten die Saluto-Mitarbeiter Elterngespräche durch. Ziel sei es immer, die vorhandenen Probleme aus dem Weg zu räumen. "Das kann in der Regel natürlich nicht mit einem Gespräch geklärt werden. Auch ist eine aktive Mitarbeit der Schüler nötig", betont der Sozialarbeiter. Auf alle Fälle sei aber positiv festzustellen, dass die Schüler wesentlich aufgeschlossener seien als so manches Elternteil.

Die Problempotenziale reichten von Konflikten in den Klassen bis in die Privatsphäre. Ein Thema dabei sei zum Beispiel die Schulunlust. Die Ursachen dafür seien oft in bestehenden Problemen im Elternhaus, gekoppelt mit mangelnder Anerkennung des Schülers in der Schule zu suchen. In der Folge bekomme der Betroffene den Kopf für die Schule einfach nicht mehr frei. Auf der anderen Seite kämen aber auch Eltern, die mit den Leistungen ihrer Sprösslinge nicht zufrieden sind. "Ein Anfang ist gemacht. Um am Ende Erfolg zu haben, muss konsequent weiter gearbeitet werden", sagt Steinbacher-Lodl. Doch genau das könnte in den nächsten Jahren zu einem Problem werden. "Mit dem kommenden Doppelhaushalt will der Freistaat drei Millionen Euro in unserem Bereich kürzen. Das wird Auswirkungen haben. Wie die konkret aussehen, das kann man jetzt noch nicht sagen. Man hat jedoch das Gefühl, das alles wackelt und fragt sich, wofür man das alles macht", erklärt Steinbacher-Lodl. In den kommenden Monaten wollen die Saluto-Mitarbeiter verstärkt schulische Veranstaltungen unterstützen, etwa bei Wandertagen dabei sein, um auch auf diese Weise mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Und der Besuch von Elternabenden sei ebenfalls fest eingeplant. Nur so habe man Gelegenheit auch bei den Eltern präsent zu sein und mit ihnen das Gespräch zu finden.

Freie Presse/Marienberg/11.10.2006