Von der Straße zum Bolzen in die Turnhalle geholt

Fußball: netzwerkSALUTO betreut jeden Dienstag junge Leute

Olbernhau. Jeden Dienstag jagen bis zu 20 junge Leute im Alter zwischen 14 und reichlich 20 Jahren in der Olbernhauer Sporthalle der grünen Filzkugel hinterher. Sie nennen sich die Dienstagsfußballer und treten sogar bei monatlich stattfindenden Turnieren gegen andere Freizeitmannschaften an.

Kay Steinbacher-Lodl arbeitet beim netzwerkSALUTO als Jugendsozialarbeiter und betreut die Jungs jeden Dienstag. "Wir bieten ihnen mit dem Fußball nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die sie von der Straße wegholt. Die jungen Leute haben so auch einen Anlaufpunkt, wo sie mit ihren kleinen und großen Problemen Gehör und Hilfe finden", so der 37-Jährige. Einigen der Dienstagsfußballer fehlen Erfolge in der Schule. Zwar werden die Probleme nicht gleich in der Turnhalle gelöst, aber die jungen Leute wissen, wo jemand sitzt, an den sie sich wenden können, betont der Jugendsozialarbeiter. Beim Sport können sie sich beweisen und das gegen Förderschüler, Auszubildende, Studenten, Arbeitslose und Asylbewerber. "Das trainiert das soziale Handeln aller Teilnehmer", weiß Steinbacher-Lodl.

Keiner der Sportler verpflichtet sich zum regelmäßigen Erscheinen. "Bei uns geht es nach Lust und es kostet auch kein Geld", so der 37-Jährige. Letzteren Umstand verdanken sie einer Spende von Stefan Schenk (27), Mandy Fischer (24) und Simon Belof (27). Im vergangenen Jahr haben die Drei ganz privat und aus reiner Begeisterung an der Sache einen Mountainbikeführer herausgegeben. Genau 444,44 Euro vom Verkaufserlös ermöglichen es den Dienstagsfußballern, etwa anderthalb Jahre lang kostenlos in der Turnhalle zu spielen. "Die Miete für die Halle hätte Saluto nicht aufbringen können", freut sich Kay Steinbacher-Lodl über die Spende. (jag)



Freie Presse / Marienberg; 16. April 2008