Gemisch aus vier Sprachen erklingt am Bierwiesenteich

Internationale Jugendbegegnung in Pfaffroda - 35 Teilnehmer aus drei Ländern

Von Jan Görner

Pfaffroda. Ein buntes Sprachengemisch aus Deutsch, Französisch, Polnisch und Englisch ist noch bis Samstag auf dem Freizeitgelände am Bierwiesenteich zu hören. 35 Jugendliche aus Pfaffroda sowie aus den Partnergemeinden Mecinka in Polen und Küssaberg im Schwarzwald sowie aus deren Partnergemeinde La Talaudiere nehmen dort an einer Jugendbegegnungswoche teil. Organisiert wird diese von der Gemeindeverwaltung und vom netzwerkSALUTO. Verena Schneider, Sozialpädagogin und Projektleiterin, stellte nach dem ersten Abend fest: "Die jungen Leute kommen wunderbar miteinander zurecht." .

Seit Jahren treffen sich die Jugendlichen aus La Talaudiere und Küssaberg. Später kamen die aus Pfaffroda hinzu und dieses Jahr zum ersten Mal Mädchen und Jungen aus Polen. Aileen Hesse aus Pfaffroda nimmt zum dritten Mal teil. Sie war bereits mit im Schwarzwald und auch in Frankreich. "Es ist bisher überall schön gewesen - immer auf ganz bestimmte Weise", erzählt die 16-Jährige. Für sie wird es die letzte Teilnahme sein, denn nächstes Jahr ist der Teenager zu alt dafür. David Neuber wohnt ebenfalls in Pfaffroda. Er möchte ein guter Gastgeber sein, wie er sagt. Aileen Hesse hat das schon ganz praktisch umgesetzt. Am Dienstag stürmte sie nach dem Seiffen-Ausflug der Gruppe nach Hause, rührte einen Kuchen zusammen und holte ihn am Tag darauf ab - zum Geburtstag von Vanessa aus Küssaberg.

Diane-Adama Beye ist in La Talaudiere zu Hause, aber sie fühlte sich auch am Bierwiesenteich wohl. Zum ersten Mal ist sie im Osten Deutschlands. Sie fand die Holzkunstfiguren in Seiffen drollig und schön. Aber sie kann sich nicht vorstellen, damit ihre Wohnung zu schmücken. Beim Jugendtreffen war sie bereits im vergangenen Jahr dabei. Sie hat in Pfaffroda einige Freunde von damals wieder getroffen. Für Magda Król ist die Woche in Pfaffroda eine Premiere.

Unterschiede sind den Jugendlichen kaum aufgefallen. "Die liegen lediglich in der Sprache und im Klang der Namen", sagt Simon Schöpflin aus Küssaberg. Daniel Scholl kommt aus dem selben Ort und fand vor allen Dingen den Ausflug zur Sommerrodelbahn fantastisch. "Ich hätte noch drei Stunden bleiben können", so der 14-Jährige. Die Befragten waren sich einig darüber, dass Treffen wie diese sehr gut für die Erweiterung des eigenen Horizontes sind. "Man lernt andere Leute, Sprachen und Kulturen kennen und kann sich trotzdem über alles verständigen", so Aileen Hesse. Auf die Frage, worauf sie sich am meisten freue, meinte sie: "Einkaufen in Dresden." Das fand breite Zustimmung durch die internationale Gemeinde am Bierwiesenteich.

Nächstes Jahr soll es wieder eine Jugendbegegnung geben. "Wo diese stattfinden wird, steht jedoch noch nicht fest", sagt Verena Schneider.



Freie Presse / Marienberg; 22. August 2008