Abschalten von den Alltagssorgen

Sozial schwache Familien zelten am Bierwiesenteich in Pfaffroda - Netzwerk und Kinderschutzbund die Organisatoren

Von Jan Görner

Pfaffroda. Drei Tage lang abschalten von finanziellen Sorgen, Stress in der Familie und dem ständigen Druck, endlich eine Arbeit finden zu müssen - das versuchten von Freitag bis Sonntag sechs sozial schwache Familien aus der Region. Das netzwerkSALUTO und der Kinderschutzbund des Mittleren Erzgebirgskreises hatten die Eltern mit ihren Kindern zu einem Campingwochenende auf das Gelände des Bierwiesenteichs in Pfaffroda eingeladen.

"Das Camping-Wochenende war bereits die zweite Auflage", erzählte Cornelia Beyer vom Netzwerk. Das Interesse sei in beiden Jahren groß gewesen. Während der Familienhilfe hatte die 45-Jährige Mütter und Väter angesprochen und eingeladen. Eine weitere Familie entschied sich aus eigenem Antrieb dafür. "Es gibt nicht nur Eltern, die sich finanziell keinen Urlaub leisten können. Einige trauen sich auch einfach nicht zu, allein mit ihren Lieben wegzufahren", weiß Cornelia Beyer aus Erfahrung. Ihnen wollten die beiden Organisationen helfen.

Mit Hilfe regionaler Firmen und privater Spender wurde das Essen finanziert. Zubereitet haben es die Camper in Gemeinschaftsarbeit. Der Start in die drei Tage wurde zwar von Sturm und Regen begleitet, dennoch ließen sich die 25 Frauen, Männer und Kinder ihre Laune nicht verderben. Achim Donath von der benachbarten Bowlingbahn nahm die Camper auf und legte auch beim Grillen mit Hand an. Die Camper lebten nicht in den Tag hinein, sondern sie konnten sich betätigen. Basteln, Schnipsel-Jagd und Baden im Bierwiesenteich sind fest installierte und beliebte Programmpunkte. Sogar eine Disko wurde organisiert. Dafür war mit Uwe Schreyer einer der Väter verantwortlich.

Cornelia Beyer konnte zum Verlauf des Wochenendes ein positives Resümee zum Familien-Camping ziehen. "Es hat allen Spaß gemacht, und die Eltern konnten für drei Tage ihre Sorgen etwas vergessen", versicherte sie.



Freie Presse / Marienberg; 24. Juli 2007