![]() Sozialraum Olbernhau
|
Brand vernichtet Teile von VierseitenhofGroßaufgebot an Feuerwehren kann Gebäudekomplex nicht halten --Berichte über brennende Kerzen auf dem Dachboden - Vereine ohne Räume Pfaffroda/Haselbach/Großhartmannsdorf. Ein Großaufgebot an Feuerwehren aus dem Landkreis Marienberg und der Stadt Sayda hat am Montagabend nicht verhindern können, dass bei einem Großbrand der Vierseitenhof Erblehngericht im Pfaffrodaer Ortsteil Haselbach weitgehend niedergebrannt ist. Das Hauptgebäude des unter Denkmalschutz stehenden Gehöftes ist am meisten betroffen. Es beherbergt unter anderem Vereinsräume und einen Jugendklub. Erzählt wurde gestern im Ort, dass brennende Kerzen auf dem mit Stroh gefüllten Dachboden den Brand ausgelöst
hätten. Junge Leute hätten den sonst verschlossenen Boden offen vorgefunden. Zu diesem Zeitpunkt soll ein Teil
des Strohs bereits gebrannt haben. Die Kripo ermittelt derzeit und sucht nach Brandursachen.
Offensichtlich geht es dabei auch um vorsätzliche Brandstiftung. Weder dazu, noch zur Höhe des Schadens könne
jedoch bisher Konkretes gesagt werden, wie Polizeisprecherin Jana Kindt am späten Nachmittag mitteilte.
Verletzte habe es laut Polizei keine gegeben. Allerdings sprachen Haselbacher von einem leicht verletzten
Feuerwehrmann, der von der Leiter gestürzt sei. Nach den Worten des Haselbacher Feuerwehrchefs Roland Hösel qualmte es aus dem Giebel und dem Dach des Hauptgebäudes stark, als die ersten Brandbekämpfer eintrafen. Die Feuerwehrleute waren noch beim Auslegen. der Schlauchleitungen für das Wasser, als das Feuer bereits das Dach des Hauptgebäudes durchbrach. Der Dachstuhl brannte völlig nieder. Auch ei n Stück des Daches vom Stallgebäude fiel den Flammen zum Opfer. Widersprüchliche Aussagen gibt es indes zum Zeitpunkt des Brandausbruchs. Laut Polizeidirektion Chemnitz sei es um 20.2 5 Uhr zu dem Brand gekommen. "Die Sirene ging um 20.5 5 Uhr los", sagte ein Haselbacher gegenüber "Freie Presse". Kurz danach sei die Ortswehr ausgerückt. Bleibt die Frage: Warum zwischen der ersten Brandmeldung und dem Alarm bei der Halselbacher Wehr eine halbe Stunde Zeit verging? "Die Feuerwehren aus Dörnthal und Pfaffroda kamen nur wenige Minuten nach uns", so der Haselbacher Wehrchef. Alarmiert wurden auch Forchheim, Wemsdorf, Pockau, Olbernhau, Nieder-neuschönberg, Schönfeld und Pfaffroda, die mit insgesamt 137 Kameraden vor Ort waren. Erst um 21.19 Uhr hat dann die Rettungsleitstelle Marienberg u m zusätzliche Hilfe aus dem Landkreis Freiberg gebeten. Über die Freiberger Zentrale wurde die Feuerwehr Sayda angefordert, offensichtlich wegen ihres großen Tanklöschzuges. Unklar blieb bis gestern Abend, warum die Wehren von Mittelsaida, Ober- und Niedersaida, die ebenfalls über ein großes Tanklöschfahrzeug verfügen, nicht alarmiert wurden. Die Saidenbachdörfer liegen als Nachbarn von Haselbach nur zwischen drei und acht Kilometer vom Brandort entfernt. Der 20-jährige John Keller stand am Brandabend mit anderen fassungslos vor den Flammen. Drei Räume hatten sich die Haselbacher im Erdgeschoss des Hauptgebäudes als Jugendklub eingerichtet, wie der Lehrling erzählte. Nun sei alles vernichtet. Das Löschwasser habe die Klubeinrichtung einschließlich der Musikanlage unbrauchbar gemacht. "Unser Klub würde im August sein einjähriges Bestehen feiern", meinte John. Er war wie die etwa 20 jungen Leute froh, dass sie die Klubräume bekommen hatten. "So mussten wir uns nicht mehr in der Bushaltestelle treffen", sagte er. Wie es nun mit dem etwa 150 Jahre alten Hof weitergeht, ist fraglich. Brände im Zusammenhang mit von Jugendlichen genutzten Einrichtungen hat es in den zurückliegenden Jahren drei
in der Region gegeben. Im Pockauer Ortsteil Wernsdorf war im September 2004 eine Schutzhütte in Flammen aufgegangen,
in der sich vor allem Jugendliche trafen. Im Ortsteil Forchheim brannte im Januar 2005 ein durch Privatinitiative eingerichteter
Jugendklub vollständig nieder. Bei den Ereignissen war die Polizei von Brandstiftung ausgegangen.
Ebenfalls im Januar 2005 ging in Langenau der Jugendklub in Flammen auf. Zusammenhänge mit dem Brand in Haselbach
wollte die Polizei gestern jedoch nicht bestätigen.
|