Fachtagung

vom 24. bis 26. September fand die diesjährige Fachtagung des LAK Mobile Jugendarbeit in Limbach-Oberfohna statt. Schwerpunkt war der Fachaustausch zum Thema: Gemeinwesenarbeit – ein zeitgemäßer Ansatz?
Als Einblick möchten wir ein Zitat aus dem Referat "Gemeinwesenarbeit in der Mobilen Jugendarbeit?" von Johannes Brock, Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH) wiedergeben.

"... Für Ostdeutschland hatte diese Herangehensweise eine wichtige und bereichernde Bedeutung, weil damals in der MJA die Zielgruppenorientierung bei den Mitarbeiterinnen im Vordergrund stand. Das hatte seine Ursache in der fehlenden Ausdifferenzierung der Jugendkulturen. Es gab nämlich nur rechts oder links – also eine jugendkulturelle Zuordnung zur linken oder zur rechten Szene. Dem entsprechend war auch der Ansatz der Mitarbeiterinnen: Sie verstanden MJA als Arbeit mit Rechten oder Linken oder (seltener) mit Fußballfans, mit Wohnungslosen, mit Drogengebrauchenden. Die Zielgruppenorientierung war sehr stark und eine MJA als Stadtteilarbeit oder als Arbeit mit hohem Regionalbezug im ländlichen Raum bildete sich nur zögerlich heraus. In anderen Bundesländern wurde in den 90er Jahren häufig von den zwei Orientierungen in der MJA gesprochen: die Zielgruppenorientierung und die Stadtteilorientierung.

Aktuell scheint die Bedeutung dieser Orientierungen eher in den Hintergrund zu treten. Die gegenwärtigen Fragen lauten vielmehr: Wie kann sich MJA mit anderen Institutionen vernetzen, wie kann sie als Kooperationspartner mit eigenem Profil im Stadtteil oder im ländlichen Raum wirksam werden? Ein Stichwort dazu ist die so genannte Schnittstellendiskussion, bei der es um ein gemeinsames Agieren mit der Schule oder mit Dienstleistern erzieherischer Hilfen geht. Wenn MJA die Säule GWA nicht aufgeben will, müsste die Frage aktuell also heißen: Wie kann MJA im Verbund mit anderen Institutionen im Stadtteil oder im ländlichen Raum aktivierend und beteiligend wirksam werden? Doch – will und kann sie das überhaupt? Zu dieser Frage möchte ich nun einige Thesen beitragen, die dann vielleicht auch in den Arbeitsgruppen mit diskutiert werden können. Die ersten Thesen zielen eher in die Richtung, sich von der Tradition der GWA abzunabeln. Sie behaupten, dass es MJA immer noch geben wird, wenn die Säule der GWA weg bricht. Danach möchte ich einige Thesen sagen, die deutlich machen, dass es ohne GWA in der MJA nicht geht. ..."

Auf der Fachtagung waren wir als netzwerkSALUTO vertreten. Über Fachtagungen und regelmäßige Weiterbildung möchten wir eine stetige Verbesserung unserer Arbeit hinsichtlich der Qualität und Effektivität erreichen.

Dokumentation bei Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit

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